Übersetzt: wir sind alle Homophob und rechtsextrem, weil wir eine andere Meinung als Du haben. Bei Dir hackt's doch
Ich fasse mal zusammen (als Queerer Mensch, der ich bin, der aber anders als Enbys als alter weißer Mann lesbar ist:
Ein Mensch outet sich als Nonbinär. Ein anderer Mensch hat in der Vergangenheit klar und deutlich und in einer als Kampfsprache lesbaren Weise mitgeteilt dass kein Interesse an korrektem Gendern hat.
Wer ist jetzt Minderheit die geschützt werden muss?
Jetzt kann man anführen, dass diese Aussage 10 Jahre alt ist und die betroffene Person das heute anders sieht, auch vor dem Hintergrund dass oft die Sensibilität für das Thema bei vielen Menschen zugenommen hat (während andere sich gleichzeitig in die andere Richtung radikalisiert haben) Ob dem im konkreten Fall so ist weiß ich nicht, entsprechendes gelesen habe ich nicht.
Fakt ist: Für Queere Menschen ist ein Raum, in dem sich Menschen tummeln die sich offen gegen Gendergerechte Sprache äußern kein SafeSpace.
Das "Opfer" ist in diesem Fall also nicht Platzi, sondern Abby. Was hier von einigen betrieben wird ist Victimshaming.
Historisch kenne ich Platzi als jemanden der viel auf Ausgleich bedacht ist, aber der (in nicht MN-Kontext) auch schon vor sehr sehr langer Zeit sich einmal sehr deutlich schützend vor die Schwul-lesbische Community gestellt hat. (Stichwort "Huggi", wer sich dran erinnert)
Insofern mag ich nicht glauben dass Platzi generell ein Problem hat mit der LGBTQAI+ Community hat. Aber ich kenne ihn zu wenig und der letzte direkte Kontakt ist zu lange her. Die Aussage zum Gendern an sich hinterlässt bei mir ehrlich gesagt auch ein ungutes Gefühl.
Schön wäre es gewesen wenn die MN-Comunitiy- zumindest der nicht queer-feindliche Teil- deutlicher hinter Abby gestellt wird, unabhängig davon was sonst so gewesen ist.
Schön wäre es auch gewesen wenn Platzi für Klarheit geschaffen hätte. Wer sich öffentlich zu einem Thema äußert muss damit rechnen dass diese Äußerung auch Jahrzehnte später relevant wird. (Diese leidvolle Erfahrung musste ich auch schon machen. Die Fehler der Vergangenheit holen einen irgendwann immer ein)
Es wäre ein leichtes gewesen, nachdem Abby signalisiert hat "Hey, das hier ist kein Safe-Space ich gehe" das Feedback zu geben "meine damalige Aussage ist veraltet, ich sehe das heute anders".
Das ist aber nicht geschehen. Statt dessen wurde der Eindruck noch verstärkt. Da sind dann so Aussagen wie die eingangs zitierte leider sehr verletzend.
Warum schreibe ich hier überhaupt? Nach dem Outing von @Abby sollte allen klar sein wo das Problem liegt. Und Abby ist eben nicht das Problem. Aber in einer zunehmend blaubraunen Welt werden immer mehr diejenigen zum Problem gemacht, die eigentlich durch gesetzliche und sprachliche Entwicklungen geschützt werden sollen. Wir sind doch alle keine 20 mehr. Wir haben doch alle genug von der Welt gesehen um sowas zu verstehen.
Drescht auf mich ein wenn ihr wollt, aber lasst Abby in Ruhe.