Ich glaube, beides ist möglich, aber mit unterschiedlichem Aufwand.
Ein Teil der bestehenden Schnittstellen ist vermutlich nicht weg, sondern eher eingeschlafen oder ungenutzt, weil sie über die Zeit keine aktive Funktion mehr hatten. Die könnte man relativ niedrigschwellig wiederbeleben, wenn es einen klaren Zweck und regelmäßige Nutzung gibt, z. B. das neue Wiki.
Parallel wird es wahrscheinlich trotzdem Bereiche geben, in denen neue Schnittstellen sinnvoller sind, weil die alten entweder zu sehr an frühere Konfliktlinien gekoppelt sind oder schlicht nie richtig ausgebaut wurden.
Die entscheidende Frage wäre für mich weniger „alt vs. neu“, sondern: Welche dieser Schnittstellen schaffen real einen Anlass für Interaktion und nicht nur zusätzliche Verwaltung?
Dazu kommt für mich aber noch ein zweiter Punkt: Wir brauchen vermutlich auch eine gewisse strukturelle Change-Offenheit und ein klares Commitment der Mitglieder. Also eine Regelstruktur, die über reine Eintragungsformalitäten hinausgeht. Eintragung sollte einfacher werden, ohne gleichzeitig den Schutz bestehender Projekte aufzugeben. Dieser Spagat ist zentral.
Gleichzeitig wird man aber auch ein Mindestmaß an Verbindlichkeit brauchen, damit die gemeinsamen Strukturen überhaupt sinnvoll genutzt werden. Nicht im Sinne von Härte oder Ausschluss, sondern als Erwartung, dass die Teilnahme an der gemeinsamen Karte auch die Bereitschaft beinhaltet, diese als gemeinsame Grundlage aktiv zu nutzen und nicht nur als reine Präsenzliste.
Sonst besteht die Gefahr, dass die Karte funktional wieder auf ein reines Existenzregister reduziert wird, obwohl sie eigentlich mehr sein könnte.